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Neuigkeiten / Blog

Streitzeitung #3

Pünktlich zur Vorlesungsfreien Zeit ist die dritte Ausgabe des Streikblatt Osnabrück fertig geworden. Nach den im Vergleich zum letzten Jahr etwas flauen Protesten diesen Somemr fragen wir provokativ: Ist Kapitulation vielleicht die richtige Antwort? Weitere Themen sind zB der Wandel im Bildungssystem und die Bundeswehr in Schulen. Wir wünschen viel Spaß mit der Lektüre.

Damit dürften die Semesterferien wie im Flug vergehen, derweil wir an der vierten Ausgabe feilen, die zur nächsten Ersti-Woche fertig werden soll. Schließlich wollen auch wir unseren Teil beitragen, dass die GLOBAL WAVE OF ACTION im November die Verhältnisse zum tanzen bringt ;)

 

 

Solidaritätserklärung mit den Protesten gegen den Zapfenstreich in Münster

Am 30. Juni 2010 fand in Münster ein so genannter Zapfenstreich der Bundeswehr mitsamt Fackelmarsch, Marschmusik und militärischem Gehorsam statt.
Anlass war der Abzug des bislang in Münster stationierten „Lufttransportkommandos“. Dies hat jedoch mit einer begrüßungswerten Abrüstung nichts zu tun, sondern es zog lediglich nach Eindhoven zur Errichtung eines europäischen Lufttransportkommandos EATC (European Air Transport Command) um.
Aus Protest gegen dieses Militärspektakel und Auslandseinsätze initiierte die Friedensinitiative Pulverturm aus Münster die Gegenveranstaltung „ZapfNix - Vuvuzelas für den Frieden“  um laut, bunt und friedlich gegen diese Veranstaltung zu demonstrieren.
Die Bildungsbewegung Osnabrück solidarisiert sich ausdrücklich mit den Protestierenden und ihrem Anliegen. Wir setzen uns über unser Bildungsengagement hinaus für eine friedliche Gesellschaft ein, in der nicht die Gewalt, sondern das bessere Argument im herrschaftsfreien Diskurs siegt.
 
Darüber hinaus gibt es noch weitere Kritikpunkte:
Die deutsche Armee schließt immer mehr Kooperationsabkommen mit Landesschulministerien:

„Jugendoffiziere informieren im schulischen Kontext Schülerinnen und Schüler über die zur Friedenssicherung möglichen und/oder notwendigen Instrumente der Politik. Dabei werden Informationen zur globalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung genauso wie Informationen zu nationalen Interessen einzubeziehen sein.“

heißt es im Kooperationsabkommen der Bundeswehr mit dem Land Baden-Württemberg. Diese Informationen bieten gewiss keinen kritischen Blick, sondern stellen die Problematik nur einseitig aus Sicht der Armee dar. Doch der Widerstand gegen Militarisierung von Bildungseinrichtungen wird zunehmend stärker. In Freiburg formierte sich aufgrund dieser Kooperation im Januar dieses Jahres eine Demonstration unter dem Motto „Bundeswehr raus aus dem Klassenzimmer“. Ebenso demonstrierten am 25. Juni 2010 30 Schüler_innen des Bündnisses  „Schule ohne Militär“ am Melanchthon-Gymnasium in Berlin gegen eine solche Veranstaltung. Dabei nahm die Polizei von 3 Schülern die Personalien auf – in einem Schulgebäude!
Doch auch an den Universitäten sind Bundeswehr und Militär nicht fern: An verschiedenen Hochschulen (nicht nur) in Niedersachsen - zuletzt in Braunschweig, Clausthal und Hannover - gab es Forschungsprojekte aus dem Bereich der Rüstungs- und Sicherheitstechnik, wie eine Nachfrage der Fraktion Die Linke im Niedersächsischen Landtag an den ehemaligen Forschungsminister Lutz Stratmann (CDU) ergab. Diese faktische Militärforschung konnte nicht immer so praktiziert werden: Von 1993 bis 2002 beinhaltete das Niedersächsische Hochschulgesetz (NHG) eine so genannte Zivilklausel, die festestellte, dass

„es der Aufgabenstellung der Hochschulen nicht entspricht, wenn in ihnen Forschung betrieben wird, deren Ergebnisse für eine militärische Nutzung vorgesehen sind oder aber für eine solche Nutzung erkennbar unmittelbar missbraucht werden sollen.“

All diese Entwicklungen machen eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft und insbesondere der Bildungseinrichtungen deutlich und damit ein Protest gegen die Bundeswehr und ihre öffentliche Darstellung nötiger denn je. Gerade weil ein Großteil der öffentlichen Wahrnehmung nicht bereit ist, die Bundeswehr kritisch als Verteidigerin von Wirtschaftsinteressen und als de facto Beteiligte an Kriegen oder kriegsähnlichen Konflikten zu sehen. Dies zeigte zuletzt der erzwungene Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler.

Weiterhin verurteilen wir den völlig unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei. Als zu Beginn der Veranstaltung die lautstarken, aber friedlichen Protestierenden nicht abzogen und drohten Serenade und Marschmusik zu übertönen, drängte eine Polizeihundertschaft ohne vorherigen Platzverweis die Protestler_innen gewaltvoll in Richtung des etwa 100 Meter entfernten Asta der Uni Münster. Dabei kam es zu jagdähnlichen Szenen und mehreren Verletzten, sowie 2 Festnahmen. Auch wurde dem Asta zu dieser Zeit die Stromversorgung abgedreht, weil im Vorfeld angekündigt wurde, dass während des Zapfenstreiches von dort Antikriegsmusik zu hören sein sollte. Es ist erschreckend mit welchem Ausmaß an Repressionen friedliche Demonstrant_innen an der Wahrnehmung ihres Demonstrationsrechts gehindert werden.

Bildung für alle – besonders für Militarist_innen!

Infoseite der Gegenveranstaltung "ZapfNix":
http://zapfnix-muenster.de

Bundeswehr und Schule:
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/schule.html
http://www.jungewelt.de/2010/06-02/043.php
http://www.jungewelt.de/2010/06-25/046.php

Zivilklausel im NHG:
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=na&dig=2009%2F08%2F1...

Bildungsbewegung erklärt sich solidarisch!

Demonstration und Kundgebung für soziale Gerechtigkeit am Samstag, 26. Juni 2010

Wir dürfen nicht zulassen, dass nun mit Verweis auf die versprochenen Investitionen im Hochschulbereich Sozialabbau oder z.B. die Beibehaltung von KiTa-Gebühren begründet werden. Wir weisen darauf hin: Die Selektivität unseres Bildungssystem entscheidet sich nicht bei dem Übergang vom Gymnasium auf die Hochschule. Die wirklichen Probleme sind der Stillstand bei der frühkindlichen Bildungsförderung und die Auswirkungen des gegliederten Schulsystems, dass täglich mehr "Verlierer“ produziert und dessen „Gewinner“ nicht zuletzt gegen sich selbst kämpfen müssen. Wir bedauern, dass die Aufmerksamkeitsverteilung so einseitig auf den „studentischen Protest“ ausgerichtet ist, die Interessen von SchülerInnen und auch Auszubildenden ausgeblendet und der gesamtgesellschaftliche Anspruch, der in vielen Forderungen steckt, systematisch geleugnet wird. Hier müssen wir unsere Solidarität beweisen und in die andere Richtung arbeiten.

Wir unterstützen den Osnabrücker Aufruf für soziale Gerechtigkeit und fordern zur Teilnahme an der Demonstration auf.

Über das Präsidiums-Gespräch letzten Dienstag - Endlich Entwicklung!

Wie im letzten Blog-Artikel bereits angesprochen, kam es vergangenen Dienstag (08.06.) zu einem etwa einstündigen öffentlichen Gespräch zwischen dem Präsidium und ca. 30 Studierenden. Hauptthema waren – neben einer kurzen Aussprache über die bisherigen Proteste und Aktionen – die akute Raumnot der Studierenden an der Universität, die nach wie vor gegebene Praxis von Anwesenheitslisten, Probleme studentischer Mitgestaltung und deren Ursachen, und die Möglichkeiten für einen weiterführenden Dialog.

Zur Raumfrage:

Dass es der Universität Osnabrück an Räumlichkeiten mangelt, die von den Studierenden zum gemeinsamen Lernen, Arbeiten sowie generell zur Zusammenkunft genutzt werden können ist altbekannt. Es gibt weder am Schloss noch am Westerberg adäquate Lernräume und die spärlichen Möglichkeiten in Fluren, den Cafeterien sowie den Bibliotheken sind sicherlich kein genügender Ersatz. Größeren Gruppen Studierender bleiben so nach dem Gang zur Raumverwaltung meist nur einige Abendstunden bis vom Sicherheitsdienst abgeschlossen wird. Dieses drängende Problem wurde dem Präsidium bereits zu Semesterbeginn in einer einstimmig beschlossenen StuPa Resolution aufgezeigt, vorerst allerdings ohne Erfolg. Im Zuge des Gesprächs am letzten Dienstag jedoch wurde vom Präsidium zu unserer großen Freude zum ersten Mal ein konkretes Angebot vorgelegt: Ab Herbst könnten dem Präsidium zu Folge 250 Quadratmeter auf dem ehemaligen Kasernengelände am Westerberg den Studierenden 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche zur Verfügung gestellt werden. Bei dem vom Präsidium beschriebenen Gebäude handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Adresse Sedanstraße 22, die zu Fuß in etwa fünf Minuten vom Uni-Standort Westerberg erreichbar ist.

Zu den Anwesenheitslisten:

Hier hat sich das Präsidium mit der Studierendenschaft solidarisch erklärt und mitgeteilt, dass es Anwesenheitslisten im Umgang mit Erwachsenen für nicht angebracht hält. Des Weiteren soll an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Anwesenheitslisten aller Wahrscheinlichkeit nach grundsätzlich und in einigen Studiengängen definitiv rechtlich nicht haltbar sind.

In der Zwischenzeit hat das Präsidium den Dekanen, Studiendekanen und Fachsprechern der Uni Osnabrück eine Klarstellung zukommen lassen, die besagt, dass „die Verpflichtung zur regelmäßigen Anwesenheit in einer Veranstaltung keine Vorgabe der Universität Osnabrück darstellt, sondern auf der Entscheidung des einzelnen Dozierenden beruht“.

Zum weiteren gemeinsamen Vorgehen:

Wir werden in den nächsten Tagen versuchen mit Herrn Blome von der Raumverwaltung einen Termin zur gemeinsamen Begehung zu arrangieren, um einen Einblick in die angegebenen Räumlichkeiten zu erhalten. Da es in den Händen der Studierendenschaft liegt dieses Angebot anzunehmen oder nicht, möchten wir jeden an diesem Thema Interessierten einladen dieser Besichtigung beizuwohnen, bzw. sich zu dem Thema zu äußern. Dies kann am einfachsten über den Mailverteiler der Bildungsbewegung (bibos at bildungsstreik-os.de), die entsprechende Wiki Seite, oder eine Mail an Rafael (rreisenh at uos de) geschehen. Oder man kommt einfach zu einem der regelmäßig stattfindenden Plena.

Des Weiteren versprach das Präsidium sich im Senat öffentlich zum Inhalt des Statements zu äußern, das von den Studierenden als Vorbereitung für das Gespräch am vergangenen Dienstag verfasst wurde, das auch Grundlage für eine eventuelle gemeinsame Erklärung von Studierendenschaft und Präsidium dienen könnte.

Außerdem bekundete das Präsidium an einem weiteren Dialog – beispielsweise im Zuge der Themenreihe „Bildung und Demokratie“ – gern teilnehmen zu wollen. Hier könnte sich die Möglichkeit finden die Raumfrage an sich, das Angebot des Präsidiums und weitere alternative Lösungsvorschläge in einer offenen Gruppe konstruktiv und kreativ gemeinsam zu diskutieren; darüber hinaus eröffne ein solches Gespräch auch endlich den Raum das Positionspapier des Plenums (des im Herbst besetzten Hörsaals) gemeinsam zu besprechen.

Abgesehen davon ließe sich noch die im Großen und Ganzen sehr angenehme und konstruktive Gesprächsatmosphäre hervorheben, sowie die Erkenntnis, dass sich mit ein bisschen Vehemenz schon auch mal was bewegen lässt. Yeah!

Nach der Besetzung: Gemeinsame Erklärung von Studierenden und Präsidium?

Nach dem Gesprächsangebot des Präsidiums von letzter Woche gingen heute Morgen um 08:00 Uhr die Studierenden mit einem Erklärungsvorschlag zur Situation der universitären Kommunikation und Mitbestimmung auf das Präsidium zu.

Den ihrer Ansicht nach notwendigen Einstieg in Veränderungen bezüglich der Raumsituation für Studierende, der Problematik der Anwesenheitslisten, sowie der Anpassung der demokratischen Partizipation wurde zusammen mit dem Präsidium andiskutiert. Eine ergänzende Erklärung, zusätzlich zum bereits im Dezember verfassten Positionspapier, die als Gemeinschaftsvorschlag vorformuliert war, wurde überreicht.

Der Hoffnung der Studierenden, damit einen Diskurs auch in den Gremien der Universität Osnabrück anzustoßen, entsprach Präsident Rollinger mit der Zusage, die Dokumente im Senat der Hochschule zur Debatte zu stellen. Ferner wurde die Bereitschaft bekundet, sich auch im Rahmen zukünftiger Veranstaltungen einem offenem Dialog nicht zu verschließen.

Bezüglich der Forderung des StuPa nach einem studentischen Freiraum machte das Präsidium ein konkretes Angebot. Ein Gebäude auf dem Kasernengelände am Westerberg könne ab WS 2010/11 zur Verfügung stehen und dem AStA zur Selbstverwaltung übergeben werden. Ein gemeinsames, alle interessierten Gruppen einbeziehendes Treffen zur Besprechung dieses Themas soll geplant werden.

Es folgt die von den Studierenden vorformulierte Erklärung:

I. Präambel

In unserer Universität ist die Kommunikation zwischen Studierenden und Präsidium offensichtlich gestört. Als Belege dafür führen wir zum Beispiel die Missstände im Prüfungswesen, die ungenügende Raumsituation (frei zugängliche und offene Lern-, Arbeits- und Gemeinschaftsräume ohne zeitliche Einschränkungen), die mangelhafte Legitimation der im Sommer eingerichteten sechs Arbeitsgruppen für die „Qualität in der Lehre" an. Eine gestörte Kommunikation braucht immer mindestens zwei Seiten - auch Studierende tragen dazu bei.

Die gestörte Beziehung zwischen Studierenden und Universitätsleitung lähmt die schöpferischen Potenzen der Wissenschaft und der Lehre und behindert die Lösung der anstehenden universitätsinternen und gesellschaftlichen Aufgaben. Wir verzetteln uns in erstarrten Haltungen und hätten doch Wichtigeres zu tun für unser Leben, für Europa und die Menschheit.

Es besteht die Notwendigkeit, erneut Glaubwürdigkeit und Vertrauen einander aufzubauen. Dieser nun in Gang gesetzte Prozess zwischen Studierenden und der Hochschulleitung thematisiert die Besorgnis, in der es um gute Lehre, hohe Qualität des Studiums und Verantwortungsübernahme für die Gesellschaft geht. Die Hochschule in der Demokratie kommt heute nicht mehr ohne die dauerhafte, lebendige und streitbare Beteiligung der Studierenden aus. Das Mitwirken und das Engagement sowie das Miteinander und die inhaltliche Auseinandersetzung, in deren Dienst sich alle Hochschulangehörigen stellen, macht den Anspruch auf legitime Selbstverwaltung erst glaubhaft und eine Universität erst handlungsfähig. Auf diese Legitimation kann keine Hochschule dauerhaft und will die Universität Osnabrück nicht verzichten.

In der Universität und im Hochschulwesen funktioniert der Interessenausgleich zwischen den Statusgruppen1, den Studenten, Lehrenden und Mitarbeitern nur mangelhaft. Auch die Kommunikation über die Situation und die Interessenlage ist gehemmt. Im privaten Kreis sagt jeder leichthin, wie seine Diagnose lautet, und nennt die ihm wichtigsten Maßnahmen. Aber die Wünsche und Bestrebungen sind sehr verschieden und werden nicht vernünftig gegeneinander gewichtet und auf reale Durchführbarkeit untersucht. Auf der einen Seite wünschen wir uns gute Lehr- und Lernbedingungen und bessere Forschungsmöglichkeiten, andererseits sehen wir die nur begrenzten Haushaltsmittel und fordern vom Bundesland Niedersachsen eine Finanzausstattung ohne Studiengebühren, mit der die Universität ihren gesellschaftlichen Auftrag erfüllen kann. Denn die gegenwärtige Finanzausstattung ist die Verwaltung des Mangels. Wir wollen Spielraum für wissenschaftliche und selbstbestimmte Initiative, in der Fachrichtungen sich gegenseitig befruchten. Wir wollen das Bewährte erhalten und doch Platz für Erneuerung schaffen, um mit den vorhandenen Ressourcen und Mitteln in der Universität besser umzugehen. Wir wollen geordnete Verhältnisse, aber keine Bevormundung. Wir wollen Wenn im Folgendem von "Angehörigen der Universität" geschrieben wird, umfasst dies alle Statusgruppen.eine freie, selbstbewusste und mündige Universität sein, die gemeinschaftsbewusst handelt. Der Bologna-Prozess war und ist kein eindimensionales Vorhaben.

Wir sehen, dass sich im Zuge der Hochschulstrukturreform seit 1998 Spannungsfelder zwischen der Hochschulleitung und den Studierenden gebildet haben, die als kritischer Motor die Diskussion um angemessene Bedingungen für akademische Bildung befruchtet haben.

Um all diese Widersprüche zu erkennen, Meinungen und Argumente dazu anzuhören und zu bewerten sowie verbindende von polarisierenden Interessen zu unterscheiden, bedarf es eines demokratischen Dialogs über die Bedingungen, unter denen das Leben an der Universität Osnabrück geregelt wird. Über diese Fragen müssen wir in aller Öffentlichkeit, gemeinsam und mit allen Hochschulangehörigen und -bediensteten nachdenken und miteinander sprechen. Von der Bereitschaft und dem Wollen dazu wird es abhängen, ob wir in absehbarer Zeit Wege aus der gegenwärtigen krisenhaften Situation finden. Es kommt in der jetzigen Situation darauf an, dass eine größere Anzahl von Menschen - und insbesondere die Angehörigen der Universität Osnabrück - am universitären Wandel mitwirkt mit dem Ziel, dass die vielfältigen Einzel- und Gruppenaktivitäten zu einem Gesamthandeln finden.

Unser gemeinsames Ziel ist es, an unserer Universität eine Entwicklung in Gang zu setzen, an deren Ende eine neue Bildungs-, Mitbestimmungs- und Demokratiekultur steht. Diese Vorschläge sind konkrete Anregungen, die zusammen mit möglichst vielen Studierenden diskutiert werden sollen. Wir wollen einen Raum eröffnen, um hier zu einer neuen Übereinkunft zu kommen.

II. Einigung über Forderungen

Hier finden sich Forderungen, die nach unserer Auffassung weitestgehend kostenneutral (für das Präsidium) bzw. kurz- bis mittelfristig an der Universität Osnabrück gemeinsam mit allen Hochschulangehörigen umgesetzt werden können.
Hier finden sich aber auch langfristige Forderungen, deren Priorität haushaltspolitisch höher angesiedelt werden muss, da sie für eine gute Forschung und Lehre sowie für das universitäre Leben unverzichtbare Grundlagen bilden.

1. Keine Anwesenheitslisten mehr!

In vielen Lehrveranstaltungen werden zum Nachweis der Anwesenheit Anwesenheitslisten geführt, jedoch entfällt den Studierenden hiermit die Möglichkeiten, gezielt, selbstbestimmt und ohne Bevormundung Prioritäten für ihre Lehrveranstaltungen und damit ihr Studium zu setzen. "Die Pflicht zur regelmäßigen Anwesenheit von Studierenden in Lehrveranstaltungen ist „wegen des Rechts auf Studierfreiheit gemäß [...] §4 Abs. 4 Satz 1 Hochschulrahmengesetz (HRG) rechtlich nur in begrenztem Umfang zulässig."2 Die Studierenden der Bildungsbewegung Osnabrück sowie das Präsidium der Universität Osnabrück appellieren ausdrücklich an die Fachbereiche auf Unterschriftenlisten zu verzichten. Als weiteren Grund führen wir dazu an, dass hier auch rechtliche Bedenken bestehen: Die „Muster-Rahmenordnung für Diplomprüfungsordnungen von Universitäten und gleichgestellten Hochschulen“ der KMK in der Fassung von 2000 stellt in einer Anlage klar, dass „Teilnahmebescheinigungen [...] keine Studienleistungen“ sind.3 „Alle Eingriffe in die Rechte der Studierenden erfordern eine entsprechende gesetzliche Ermächtigung, die Verankerung in Prüfungsordnungen/Studienordnungen reicht dafür allein nicht aus.“4

2. Räume für Studierende

Es gibt an der Universität Osnabrück kaum frei zugängliche, offene und dem Bedarf angemessene Räume, in denen sich Studierende ungestört und ohne zeitliche Begrenzung beziehungsweise sonstige Einschränkungen treffen können. Zwar gibt es fachschafts-spezifische Räumlichkeiten, Bibliotheken mit mehr oder minder langen Öffnungszeiten und die Möglichkeit, Räume bei der Raumverwaltung zu reservieren. Jedoch fehlt ein zentraler Ort des Austauschs und der Begegnung, der Kommunikation und Diskussion, der offen für alle und groß genug für Viele ist. Ziel soll es sein, gemeinsames Lernen, den Dialog zwischen Menschen aller Studienrichtungen und eine gemeinschaftliche Beschäftigung mit über den universitären Kontext hinausgehenden Inhalten zu erleichtern. Es sollten ständig verfügbare Räumlichkeiten für Studierende und die vielen Initiativen vorhanden sein. Lernen und Leben in angemessener Atmosphäre sollte mitunter höchste Priorität haben. Es darf nicht an Gruppenarbeits- und Seminarräume fehlen. Bereits vorhandene Liegenschaften sollten dafür zusammen mit der studentischen Selbstverwaltung ausgebaut und verwaltet werden, um die beschriebene Nutzung zu ermöglichen.

3. Eine Andere Art von Zusammenarbeit

Die intensive Beteiligung aller Angehörigen der Universität an den Entscheidungen ist ein unverzichtbares Element der akademischen Selbstverwaltung und zugleich ihr Zentrum. Wir schätzen die Tatkraft und die Gedanken derjenigen, die sich als Mitglieder in den universitätsöffentlichen Raum begeben und damit ihre Vorstellungen, Ansichten, Reflexionen und Lebenserfahrungen in die Gestaltung der Universität Osnabrück einbringen wollen. Daher sind für uns vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten wichtig, die eigene Gestaltungsspielräume beinhalten. Partizipationsmöglichkeiten richten sich an alle Hochschulangehörigen und sollen keine Alibi-Veranstaltungen sein, sondern reale Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte beinhalten. Hierzu gehört größtmögliche Transparenz der Öffentlichkeit und der Hochschulöffentlichkeit gegenüber, daher also ein niedrigschwelliger und erleichterter Zugang zu entscheidungsrelevanten Themen in einer zentralen Online-Sammlung von Protokollen, Berichten, Gremienberichterstattung usw. sowie die Entwicklung einer E-democracy Konzeption.

Um die verfasste Studierendenschaft an den Verfahren zu beteiligen, brauchen ASTA sowie die Fachschaften eine eigenständige Verwaltung, um nachhaltig und stetig eine Vertretung und Einbindung aller Studierenden zu ermöglichen. Durch die Studiensituation im Rahmen der Modularisierung ist die ehrenamtliche Arbeit in der verfassten StudentInnenschaft nicht mehr möglich. Es fehlt an Zeit und Unterstützung. Eine integrierende und vertretende Arbeit erfordert zur Verstetigung der studentischen Selbstverwaltung eigene Personal- und Verwaltungsressourcen. Wir verständigen uns darauf zu prüfen, welche Strukturen und Maßnahmen dazu beitragen können, um die sich für die Universität engagierenden Studierenden durch Anerkennung und strukturelle Unterstützung in ihrer Gremientätigkeit zu entlasten.

Eine hochschulweite Vollversammlung sollte im Jahresturnus alle Hochschulangehörigen zu Beginn des Jahres zu einer zentralen und ordentlichen Vollversammlung unter Leitung des Senats einladen. Der Senat der Universität Osnabrück bereitet die ordentlichen Sitzungen der hochschulweiten Versammlung vor. Die Vertretungen der Statusgruppen können außerordentliche Sitzungen der Vollversammlung einberufen. Den Hochschulangehörigen sollte in einem Punkt "Reden und Anfragen" das Recht eingeräumt werden, Anfragen stellen zu können oder zu Themen der Tagesordnung oder anderen Themen Hinweise und Stellungnahmen vorzutragen. Hier sollen nicht weitere Entscheidungsspielräume zentralisiert werden, sondern im Rahmen der ergänzungs-, ausgleichs- sowie gemeinschaftsstiftenden Funktionen die Fachbereiche in ihrer Arbeit unterstützt werden. Die Bereitstellung von Strukturen, die echte Mitsprache und Mitgestaltungsrechte entfalten ist die vorrangige Aufgabe aller Gremien der Universität. Es ist daher weiterhin zu prüfen, welche Strukturen im Rahmen des geltenden Rechts verändert und diesem Anspruch angepasst werden können. Gegebenenfalls sollte man prüfen, neue Strukturen zur Entscheidungsfindung einzuführen. Zielstellung ist, dass möglichst, diejenigen, die von den Entscheidungen betroffen sind, auch ihre Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten entfalten können.
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1 Wenn im Folgendem von "Angehörigen der Universität" geschrieben wird, umfasst dies alle Statusgruppen.
2 So der Prorektor für Lehre und Studium der Universität Duisburg-Essen in einem Schreiben vom 08.12.2009 an alle DekanInnen und den AStA.
3 So der Prorektors für Bildung der TU Dresden in einem Schreiben vom 12.10.2009 an alle StudiendekanInnen.
4 Ebd.

Bildungsstreik DEMO!

Demonstriert!Liebe KommilitonInnen, liebe Bildungsbewegte,

morgen (Mittwoch, 9.6.) um 12 Uhr wollen wir also wieder gemeinsam mit SchülerInnen und Auszubildenden, ausgehend vom Schlossinnenhof, eine Demonstration durchführen. Wieder wollen wir nicht nur in Osnabrück, sondern bundesweit für unsere Forderungen auf die Straße gehen. Wieder wollen wir unterstreichen, dass Bildung kein beliebiger Posten im Haushalt eines Landes ist und vor allem ein anderes Verständnis von (Aus-)Bildung notwendig ist.

Manche mögen meinen, wir hätten nicht genug bewegt, aber die scheinbar nur geringen Erfolge dürfen nicht als Argument benutzt werden, nun die Hände in den Schoß zu legen.

Im Gegenteil – nun müssen wir auf der Basis des Erreichten allen die es hören wollen und vor allem denjenigen, die es nicht hören wollen ein eindeutiges „Jetzt erst recht!“ bieten.

Wir sehen uns auf der Straße, MORGEN wird demonstriert!

PM: Wiederbesetzung und Räumung des Hörsaals E01/E02

Im Anschluss an die Vollversammlung am 02.06.2010 wurde von Studierenden der Universität Osnabrück der Hörsaal E01/E02 im Kolpinggebäude besetzt. Die BesetzerInnen forderten eine Abschaffung jeglicher Anwesenheitslisten und die Einrichtung bzw. Bereitstellung angemesser Lern-/Arbeits- und Gemeinschaftsräumlichkeiten für Studierende der Universität Osnabrück.

Die von der bundesweiten Protestbewegung im vergangenen Herbst an Politik und Hochschulleitungen getragenen Missstände im deutschen Hochschulwesen wurden bis auf vage Absichtserklärungen wenig bis gar nicht aufgegriffen. Im Konkreten ist an der Universität Osnabrück die Praxis Anwesenheitslisten zu führen nach wie vor gang und gäbe, obwohl diese jeder Vorstellung einer selbstbestimmten Lehre widerspricht und aller Wahrscheinlichkeit nach auch rechtlich nicht haltbar ist. Des Weiteren verfügt die Universität Osnabrück über keinen einzigen Raum der dezidiert dem gemeinsamen Lernen, Arbeiten und der Zusammenkunft der Studierendenschaft gewidmet ist. Dieser Missstand behindert gemeinsames Lernen, den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Studienrichtungen und eine gemeinschaftliche Beschäftigung mit Inhalten die über den universitären Kontext hinausgehen.

Etwa zwei Stunden nach Besetzung des Hörsaals wurde von Vertretern der Hochschulleitung bereits das Hausrecht ausgesprochen. In weiterer Folge kam es zu einem gut zweistündigen Dialog zwischen den BesetzerInnen, der Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung May-Britt Kallenrode und der Vizepräsidentin für Studium und Lehre Martina Blasberg-Kuhnke. In diesem Gespräch artikulierten die Studierenden oben genannte Forderungen, sowie die Notwendigkeit diesen im Zuge einer Besetzung Ausdruck zu verleihen bzw. sich so den nötigen Freiraum zu schaffen, auch andere Missstände die bereits im Herbst im Positionspapier erkannt wurden weiter aufzeigen und möglicherweise ändern zu können. Von Präsidiumsseite wurde klargemacht, dass man den Positionen inhaltlich zwar Sympathien entgegenbringen, jedoch eine weitere Besetzung nicht verstehen und dulden würde. Demgemäß wurde der Hörsaal um etwa 20:20 polizeilich geräumt.

Die Studierenden verließen den Hörsaal ohne weiteren Widerstand und trafen sich noch im Anschluss zu einem Plenum im Schlosspark, um das weiter Vorgehen zu besprechen. Vor allem wurde über das Angebot des Präsidiums diskutiert, eine Termin zur eventuellen Lösung der akuten „Raumfrage“ zu vereinbaren.

Vollversammlung der Studierendenschaft der Uni Osnabrück (Mi 02.06.2010, 14:00 Uhr, 15/E10)

Hallo Menschen!

Wie ihr eventuell schon mitbekommen habt, lädt der AStA der Uni Osnabrück am Mittwoch, den 02.06.2010 um 14:00 Uhr ins EW-Gebäude (15/E10) zur uni-weiten Vollversammlung der Studierendenschaft.

Anlass ist die nächste bundesweite Bildungsstreik-Aktionswoche, die am Montag, den 07.06. beginnt und in deren Rahmen am Mittwoch, den 09.06. erneut dezentrale Demonstrationen im ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus geplant sind. So werden an diesem Tag auch in Osnabrück Studierende, SchülerInnen, Auszubildende, Eltern und viele andere Menschen für ein besseres und gerechteres Bildungssystem auf die Straße gehen. Startpunkt der Demo ist der Schlossinnenhof, los geht’s um 12 Uhr.

Darum und um viele andere Themen rund um Bildung wird es auf der Vollversammlung gehen. Hier eine grobe Vorab-Version der Tagesordnung:

 

TOP 1: Status der Bewegung

- Berichte von Arbeitskreisen, die seit der Besetzung weiter gearbeitet haben

- Berichte von Aktionen und Vorhaben des Bildungsstreik-Plenums, z.B. zum Thema Anwesenheitslisten (die schmecken besser, als man denkt...)

TOP 2: geäußerte und zu äußernde Kritik

- Inputs und Diskussionen (mögliche Themen: Bolognagipfel, Hochschulpakt, Zusammenlegung der Prüfungsämter, Fakultätenzusammenlegung)

- Jede(r), der Kritik am Bildungssystem zu äußern hat und dazu bisher keine Möglichkeit fand, bekommt diese nun an dieser Stelle.

TOP 3: der Aktionszeitraum und darüber hinaus

- Ankündigung des kommenden bundesweiten Aktionszeitraums

- Aktionsideen-Brainstorming (jede Idee ist willkommen!)

- ggf. konkrete Planung der kommenden Tage

 

Also dann, es gibt viel zu besprechen und ihr habt bestimmt alle eine Menge beizutragen. Bis morgen!

 

 

PS. Natürlich sind auch alle Nicht-Uni-StudentInnen, die sich für das Thema interessieren willkommen!

 

Bildungsstreik 2010 Mobivideo

SEI DABEI

Streitzeitung #2

Es ist vollbracht. Die zweite Ausgabe des Osnabrücker Streitblattes ist heute in den Druck gegangen. Dieses Mal drehen sich die Artikel um das Thema Emanzipation. Auch ein alternativer Veranstaltungskalender mit Terminen rund um den Bildungsstreik in Osnabrück ist dabei.

Die Papierausgabe wird am Mittwoch den 19. Mai und am Dienstag den 25. Mai in der Schlossmensa verteilt. Die pdf-Ausgabe kann gleich hier heruntergeladen werden.

Wir wünschen viel Spaß mit der Lektüre!

 

Bildungscamp in München

Der Bildungsstreik-Aktionszeitraum rückt näher. Und nicht nur in Osnabrück laufen die Planungen auf Hochtouren.

In München wird vom 07. Juni bis zum 11. Juni 2010 ein Streik-Camp direkt vor der LMU auf dem Geschwister-Scholl-Platz vorbereitet. Das sehr kreative Mobilisierungsvideo solltet ihr euch nicht entgehen lassen:

Weite Infos zum Camp auf www.bildungscampmuc.de/

Themenreihe Bildung und Demokratie (update 24.05)

Mit der Ringvorlesung „Universitäre Bildung – Von Humboldt bis Bologna“ hat das Präsidium der Uni Osnabrück eine Plattform geschaffen, um seine Sicht auf das Chaos der Bologna-Reformen darzustellen. Diese Veranstaltung wurde explizit ins Leben gerufen, um nach den Protesten im 'Heißen Herbst' „den Dialog mit den Studierenden fortzusetzen.“ Allerdings schließen die bisher vorgestellten Themen der Ringvorlesung weder an die Argumentation der Studierenden an, noch boten die Vorträge von Hrn. Künzel und Hrn. Czada Gelegenheit zur Diskussion. Die waren offensichtlich auch nicht gewollt, sonst hätte das Präsidium einen Raum auswählen können, der nicht sofort für andere Vorlesungen benötigt wird.

Da wir mit der Präsidiumsfarce nicht einverstanden sind, wollen wir unsere Kritik und alternative Konzepte zu den vorherrschenden Institutionen im Ausbildungs-, Schul-, und Unisystem präsentieren. Deshalb startet am 22.04.2010 die „Themenreihe Bildung und Demokratie - Trotz Humboldt und Bologna“, um Fragen aufzugreifen, die bei den letztjährigen Protesten aufgeworfen wurden. Es wird Vorträge und Inputs zu vielen Themen geben und im anschließend stattfindenden philosophischen Café wird genügend Raum für ausführliche Diskurse, eigene Ideen und Gedanken sein.

Gerade in Zeiten, in denen Bildung aus ökonomischen Gründen abgeschaft wird, gilt es auf ihre Wichtigkeit für die Entwicklung des Menschen zu beharren. Wir wollen aufzeigen, dass dieses hierarchische und konditionierende Bildungssystem demokratische Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen aushöhlt. Wir wollen diese Bedingungen nicht mehr hinnehmen, die uns ausschließlich auf ein Berufsleben abrichten sollen, das - im selben Geist wie die Bolagna-Reformen - fortdauernd sozialen Ausschuss, Selektion und Depression produziert. Es wird höchste Zeit eigene Vorstellungen zu entwickeln, was Bildung sein und wozu sie dienen soll. So können wir dem Angriff namens Bolognaprozess etwas Positives entgegensetzen.

 

Achtet auf Flyer und Plakate!

Folgende Redner stehen bereits fest, die Räume werden rechts unter 'Veranstaltungen' bekannt gegeben..

  • 26.04: Prof. Wolff-Dietrich Webler: "Gebt den Studierenden ihr Studium zurück" - Studium zwischen Humboldt und Bologna
  • 05.05: Fabian Gödeke: Machtstrukturen und Perspektiven Kritischer Bildung
  • 06.05: Ansgar und René (DEBil): "Deine Wirklichkeit bestimmt das Parlament" - Wie die Reform des niedersächsischen Hochschulgesetzes sich auf unseren Studienalltag auswirken wird
  • 11.05: Richard Lauenstein (GEW): Bildungsperspektiven in Zeiten neoliberaler Restauration.
  • 20.05: Dr. Bruno Preisendörfer: Bildung und Interesse
  • 25.05: Prof. Reiner Braun: Verantwortung der Hochschule in einer demokratischen Gesellschaft
  • 03.06: (AStA-Referat für Fachschaften): Zusammenlegung der Prüfungsämter an der Uni Osnabrück
  • 10.06: (AStA-Referat für Hochschulpolitik): Studentische Selbstverwaltung
  • 17.06: Frederike Habermann: Der Homo Oeconomicus und das Andere
  • 24.06: (geplant) Initiative CHE stoppen: Das CHE als Lobby-Organisation im Bildungssektor
  • 01.07: (geplant) Kritik am Humboldtschen Bildungsbegriff
  • 08.07: Dr. Marco Briese: Entschulung der Gesellschaft

Copying is not Theft

Mal was anderes, zur Abwechslung:

 

http://www.youtube.com/watch?v=IeTybKL1pM4

Angrillen im Schlossgarten

Wir wollen unsere Aktionssaison angrillen:

Am Montag, 12.04. ab 17 Uhr im Schlossgarten, bei schlechtem Wetter im Sowi-Innenhof.

Das soll ein ganz vergnügtes Wiedersehen werden, ohne Tagesordung usw., und jede*r bringt einfach mit, was er*sie sich für so einen Abend wünscht (also auch Decken, Instrumente, Bälle, etc).

Wir werden 3 Grille aus dem Sowicafé bekommen und auch Pappteller dahaben. Sonst könnt ihr Grillbares, Salate und Getränke mitbringen - jede*r ein bisschen für alle.

PM: Studierende aus ganz Niedersachsen stören niedersächsischen Landtagsausschuss


Am Montag wurde der niedersächsische Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kultur von ca. 10 Studierenden aus ganz Niedersachsen zeitweise gestört. Während der Anhörungen zur Novelle des niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) wurden plötzlich die Studierenden in den Zuschauerreihen aktiv: Sie entrollten ein Banner und verteilten Flyer. Damit wollten sie gegen das neue NHG protestieren und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass sie sich ein weiteres Mal übergangen fühlen.

Der Ausschuss tagte, um sich die Stellungnahmen der Präsidien und Senate der niedersächsischen Hochschulen, sowie anderer Betroffener zum neuen NHG anzuhören. Auch die Studierenden hatten das neue NHG gespannt erwartet, weil nach den monatelangen Protesten der Studierenden im letzten Jahr, auch aus dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) die Zusage gekommen war, dass die Studiensituation an den Hochschulen in Zukunft spürbar verbessert werden sollte. Doch schon jetzt herrscht wieder viel Unverständnis und Ärger unter den niedersächsischen Studierenden über ihre Politiker_innen. Zum einen, weil das geplante NHG keine der vergangenen Protestforderungen aufgreift, zum anderen, weil sie sich nicht ernstgenommen fühlen. Der Vorschlag von Ausschuss-Mitglied Victor Perli (die Linke), der LandesASten-Konferenz (LAK) die doppelte Redezeit zuzugestehen, war vom Ausschuss ohne Begründung abgelehnt worden. Somit hatten die Studierenden Niedersachsens gerade einmal 10 Minuten Zeit ihre Kritikpunkte über den Vertreter der LAK vorzubringen. Unverständlich aus ihrer Sicht, stellen sie doch die zahlenmäßig größte Gruppe an den Hochschulen. Doch die Forderung nach mehr Gehör war nur ein Aspekt. Auf den Flyern forderten sie unter anderem mehr demokratische Mitsprache an den Hochschulen, die Abschaffung der Studiengebühren, einen freien Zugang zum Master, sowie eine Neuregelung des Stipendiensystems.

„Es ist geradezu grotesk“, so Mareike Schwarz, eine der Störenden aus Osnabrück, „da protestieren wir monatelang, um auf die unerträgliche Situation an den Hochschulen aufmerksam zu machen und nur zwei Monate später scheint den Ausschuss unsere Meinung nicht zu interessieren“. Torsten Heinrich, ein Student aus Göttingen ergänzt: „Damit ist einmal mehr deutlich geworden, dass man uns und unsere Forderungen nicht ernst nimmt. Aber wer glaubt, wir würden uns abspeisen lassen der irrt. Die Proteste haben gerade erst angefangen, auch in Niedersachsen wird es einen heißen Sommer geben!“