Mit der Ringvorlesung „Universitäre Bildung – Von Humboldt bis Bologna“ hat das Präsidium der Uni Osnabrück eine Plattform geschaffen, um seine Sicht auf das Chaos der Bologna-Reformen darzustellen. Diese Veranstaltung wurde explizit ins Leben gerufen, um nach den Protesten im 'Heißen Herbst' „den Dialog mit den Studierenden fortzusetzen.“ Allerdings schließen die bisher vorgestellten Themen der Ringvorlesung weder an die Argumentation der Studierenden an, noch boten die Vorträge von Hrn. Künzel und Hrn. Czada Gelegenheit zur Diskussion. Die waren offensichtlich auch nicht gewollt, sonst hätte das Präsidium einen Raum auswählen können, der nicht sofort für andere Vorlesungen benötigt wird.
Da wir mit der Präsidiumsfarce nicht einverstanden sind, wollen wir unsere Kritik und alternative Konzepte zu den vorherrschenden Institutionen im Ausbildungs-, Schul-, und Unisystem präsentieren. Deshalb startet am 22.04.2010 die „Themenreihe Bildung und Demokratie - Trotz Humboldt und Bologna“, um Fragen aufzugreifen, die bei den letztjährigen Protesten aufgeworfen wurden. Es wird Vorträge und Inputs zu vielen Themen geben und im anschließend stattfindenden philosophischen Café wird genügend Raum für ausführliche Diskurse, eigene Ideen und Gedanken sein.
Gerade in Zeiten, in denen Bildung aus ökonomischen Gründen abgeschaft wird, gilt es auf ihre Wichtigkeit für die Entwicklung des Menschen zu beharren. Wir wollen aufzeigen, dass dieses hierarchische und konditionierende Bildungssystem demokratische Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen aushöhlt. Wir wollen diese Bedingungen nicht mehr hinnehmen, die uns ausschließlich auf ein Berufsleben abrichten sollen, das - im selben Geist wie die Bolagna-Reformen - fortdauernd sozialen Ausschuss, Selektion und Depression produziert. Es wird höchste Zeit eigene Vorstellungen zu entwickeln, was Bildung sein und wozu sie dienen soll. So können wir dem Angriff namens Bolognaprozess etwas Positives entgegensetzen.
Achtet auf Flyer und Plakate!
Folgende Redner stehen bereits fest, die Räume werden rechts unter 'Veranstaltungen' bekannt gegeben..
- 26.04: Prof. Wolff-Dietrich Webler: "Gebt den Studierenden ihr Studium zurück" - Studium zwischen Humboldt und Bologna
- 05.05: Fabian Gödeke: Machtstrukturen und Perspektiven Kritischer Bildung
- 06.05: Ansgar und René (DEBil): "Deine Wirklichkeit bestimmt das Parlament" - Wie die Reform des niedersächsischen Hochschulgesetzes sich auf unseren Studienalltag auswirken wird
- 11.05: Richard Lauenstein (GEW): Bildungsperspektiven in Zeiten neoliberaler Restauration.
- 20.05: Dr. Bruno Preisendörfer: Bildung und Interesse
- 25.05: Prof. Reiner Braun: Verantwortung der Hochschule in einer demokratischen Gesellschaft
- 03.06: (AStA-Referat für Fachschaften): Zusammenlegung der Prüfungsämter an der Uni Osnabrück
- 10.06: (AStA-Referat für Hochschulpolitik): Studentische Selbstverwaltung
- 17.06: Frederike Habermann: Der Homo Oeconomicus und das Andere
- 24.06: (geplant) Initiative CHE stoppen: Das CHE als Lobby-Organisation im Bildungssektor
- 01.07: (geplant) Kritik am Humboldtschen Bildungsbegriff
- 08.07: Dr. Marco Briese: Entschulung der Gesellschaft
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